Der Verein

Das Waisenhaus "St. Agnes‘ Orphanage" in der eritreischen Bischofsstadt Keren besteht seit Ende des 19. Jahrhunderts. Zu seiner Unterstützung wurde der Förderverein "Ruth Afeworki" gegründet.


Alganesh Nebaray, die seit vielen Jahren in Limburg lebt, wurde in Keren geboren und ist ganz in der Nähe des Waisenhauses aufgewachsen. Als 2015 ihre Tochter Ruth Afeworki überraschend verstarb, fand sie in der Idee Trost, ein Hilfsprojekt als Vermächtnis für Ruth ins Leben zu rufen. Freunde und Familienmitglieder von Ruth fanden sich zusammen, um gemeinsam den „Förderverein `Ruth Afeworki´, Waisenhaus St. Agnes in Keren/Eritrea“ zu gründen. Seitdem werben sie mit verschiedenen Aktivitäten, insbesondere Benefizkonzerten, Mittel für das Waisenhaus ein. 


"St. Agnes‘ Orphanage" wird von katholischen Ordensschwestern betrieben. Es stehen zurzeit ca. 25 Plätze für Mädchen im Alter von 3 bis 18 Jahren zur Verfügung. Die Mädchen werden in einer familiären Atmosphäre betreut. Sie erhalten Essen, Kleidung und eine gute Ausbildung in den beiden nahe gelegenen katholischen Schulen. Aufgenommen werden sie, weil ihre Eltern verstorben, weit entfernt leben oder psychisch erkrankt sind. Dabei spielen Religion oder Konfession keine Rolle, sondern, in welcher Notlage sich die Kinder befinden. "Unser Ziel ist es, dass sie ein gutes Leben führen können und ein Teil unserer Gesellschaft werden. In diesem Jahr schließt eine unserer Ehemaligen ihr Jurastudium ab, darüber freuen wir uns sehr", so Schwester Kibra Fissha, die die Einrichtung leitet und schon in Limburg zu Besuch war, um über die Lage vor Ort zu berichten.


Ein großes Problem für das Waisenhaus war und ist der Zustand der Gebäude. Es fehlt an Geld für dringend notwendige Sanierungsarbeiten. Hier hat unser Verein in den vergangenen Jahren gemeinsam mit dem Bistum Limburg und einer französischen Hilfsorganisation tatkräftig geholfen. Die einsturzgefährdeten und undichten Dächer konnten erneuert werden. Dabei wurden die darunterliegenden Räume etwas erhöht und komplett saniert. Auch die Kapelle und das Wohnhaus der Schwestern wurde saniert. 

 

Auf den neuen Dächern soll eine Photovoltaikanlage installiert werden, da in Keren regelmäßig der Strom ausfällt. "Wir müssen die Wäsche mit der Hand waschen und die Kinder können nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr lesen und lernen", beschreibt Schwester Kibra die Situation. 

 

Auch die völlig veraltete und mangelhafte Ausstattung der Gemeinschaftsküche benötigt dringend einen Zuschuss, damit die Essensversorgung gut gewährleistet werden kann.

 

Schwester Kibra weist auf ein weiteres Problem hin, für das sie eine Lösung sucht. Viele ihrer Schützlinge sind traumatisiert und haben in der Vergangenheit Schreckliches erlebt. "Wenn wir mehr Geld hätten, könnten wir uns professionelle Unterstützung holen, zum Beispiel einen Psychologen, der uns zeigt, was wir für die traumatisierten Kinder tun können", so die Ordensschwester.

 

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